Armenien: Hereinspaziert ins mystische „Land der Steine“!
Armenien, von seinen Bewohnern stolz das „Land der Steine“ genannt, ist ein ausgeprägtes Gebirgsland, das zwischen Georgien, Aserbaidschan, der Türkei und dem Iran liegt.
Die historische Heimat der Armenier im östlichen Teil Kleinasiens umfasste einst eine Fläche von 340.000 km². Das heutige Armenien ist hingegen gerade einmal 29.800 km² groß und kann flächenmäßig mit dem deutschen Bundesland Brandenburg verglichen werden.
Die Republik, die seit dem 21.09.1991 alljährlich den Tag der Unabhängigkeitserklärung festlich begeht, mag zwar ein kleines Land sein. Dafür bietet Armenien zahlreiche Orte für Entdecker, eine artenreiche Flora und Fauna, als auch Geheimnisse, die ergründet werden wollen.

Auf der höchsten Erhebung in 4090 m Höhe, unweit des Großen Ararat (dem „Schicksalsberg“ der Armenier, auf dem der Legende nach die Arche Noah gelandet ist) befindet sich der erloschene Schichtvulkan Aragaz.
An der Grenze zu Aserbaidschan und zum Iran ist Armeniens tiefster Punkt in 380 m Höhe zu finden. Im Armenischen Hochland, dort wo Araks, Tigris, Euphrat und andere Flüsse entspringen, soll überdies irgendwo zwischen den Quellen der paradiesische Garten Eden liegen, der Geburtsort von Adam und Eva.
Jerewan ist eine der ältesten Städte Südwestasiens. Die armenische Hauptstadt hat Kulturgeschichte geschrieben und ist heute eine der wichtigsten Metropolen des Landes. Zudem wartet Jerewan mit einer reichen Kunst- und Kulturszene und einem großartigen Bildungszentrum auf, ein Beleg für die aktuelle Aufbruchsstimmung im Land.
Lernen Sie die geschichtsträchtigen Ortschaften, Kulturdenkmäler und die fantastischen Naturwunder des ältesten Landes im Christentum kennen!
Kultur
Bereits lange vor unserer Zeitrechnung hat es das Territorium, was sich abseits der schneebedeckten kaukasischen Bergwelt und zwischen dem Schwarzen Meer, dem Mittelmeer und Kaspischen Meer befindet, gegeben. Das ursprüngliche Armenien gilt als „Land der Erfindungen“, nicht nur was die Gold-, Silber-, Zink- und Eisenbearbeitung anbelangt.
Im weltgeschichtlichen Zeitalter der Kura-Arax-Kultur gab es im Armenischen Hochland ein dichtes Siedlungsnetz. Zu jener Zeit haben die Bewohner bereits zahlreiche Obst- und Getreidesorten kultiviert, Bier gebraut und Wein hergestellt. In Mezamor, einer Stadt im Ararat-Tal befand sich nicht nur eine der ältesten Kupferwerkstätten, sondern auch ein astronomisches Observatorium.
Essen und Trinken
Armeniens Nationalgericht nennt sich „Chasch“. Hierbei handelt es sich um Eintopf mit Kuhfüßen oder Schafsfüßen, der sehr lange kochen muss. Wenn das nicht Ihre Geschmacksnerven trifft, probieren Sie Ischkan-Forellen aus dem Sevan-See. Diese gelten als besondere Delikatesse in Armenien, sind jedoch nur noch recht selten erhältlich. Die armenische Küche ist sehr vielseitig, sodass jeder Feinschmecker sein Lieblingsgericht finden wird.
Die klassische armenische Mahlzeit besteht aus mehreren Gängen. Zuerst folgt die Vorspeise, die bereits sehr reichhaltig ist. Auf den Servierplatten werden eingelegtes Gemüse, gefüllte Paprikaschoten mit Sudschuk (in Stücke geschnittene Rindfleischwurst, die sehr herzhaft ist) arrangiert. Ebenfalls die unterschiedlichsten Sorten Basturma (würziges Pökelfleisch), Schafskäse und „Dolma“, wie die Weinblätter in Armenien genannt werden.
Traditioneller Bestandteil zahlreicher armenischer Gerichte ist Lammfleisch. Es wird entweder gegrillt oder als Schaschlik zubereitet und mit hauchdünnem Fladenbrot (Lawasch genannt) als Hauptgang serviert. Als Nachtisch sind gefüllte Pfirsiche mit Nüssen ebenso beliebt wie die aus dem Kaukasus stammenden Aprikosen in jeder Variation.
Getrunken wird in Armenien hauptsächlich sehr viel Kaffee. Serviert wird das starke koffeinhaltige Getränk in ziemlich kleinen Tassen. Ein beliebtes Erfrischungsgetränk ist sprudelnder, leicht gegorener Traubensaft. Neben armenischem Bier hat armenischer Wein Tradition. Als besondere Spezialität gilt der einheimische Weinbrand, den Sie unbedingt probieren müssen!
Klima
Obwohl Armenien geografisch gesehen ein subtropisches Gebiet ist, so herrscht aufgrund des Gebirgsreliefs und den daraus resultierenden Höhendifferenzen recht unterschiedliches Klima. In den Tälern als auch im Gebirgsvorland herrscht hauptsächlich trockenes Kontinentalklima. Sehr heiße Sommer mit Temperaturen von über 45° Celsius sind hier keine Seltenheit.
Während in den Wintermonaten, von Dezember bis März, Durchschnittstemperaturen von -5 bis zu -10 Grad Celsius zu erwarten sind, liegen im Nordwesten Armeniens die Temperaturen mit bis zu -40 Grad Celsius weit unter den Gefrierpunkt. In den höheren Regionen Armeniens kann die Frostperiode sogar ein halbes Jahr lang andauern.
Einreisebestimmungen
EU-Staatsangehörige können seit Januar 2013 visumfrei nach Armenien reisen. Die Visafreiheit ist für alle Reisezwecke gültig und wird bis zu 180 Tagen pro Jahr anerkannt. Bei der Einreise in Armenien ist unbedingt ein Reisepass vorzulegen, da der Personalausweis allein als Dokument nicht ausreichend ist.
Gesundheit
Wie vor jeder anderen Reise üblich sollten auch Armenien-Reisende ihre Standardimpfungen vervollständigen oder auffrischen lassen. Ansonsten sind keine sonderlichen Impfungen für das Reiseland Armenien vorgeschrieben.
Wir empfehlen allerdings, eine Reiseapotheke mit denen von Ihnen persönlich benötigten und ärztlich verschriebenen Medikamenten mitzunehmen. Weiterhin sollten Sie vorsorglich Arzneimittel gegen typische Reiseerkrankungen, Kopfschmerzen, Fieber und Erkältungskrankheiten einpacken.
Sicherheit
Für Armenienreisen gibt es z. Zt. eine Teilreisewarnung des Auswärtigen Amtes (AA). Von Reisen nach Goris, Sotk und Dschermuk bzw. deren Umgebung, sowie in den Provinzen Gegharkunik, Vayots Dzor und Syunik und in die unmittelbare Nähe der Konfliktregion wird dringend abgeraten (Stand: 01/2023). Weitere aktuelle Reiseinfos des AA finden Sie hier: AA Armenien

