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Von Salalah (Oman) aus durch die Rub al Khali Wüste.

Wir schlendern mit Khalid über den Al Haffa Souk, den berühmten Weihrauchmarkt in Salalah, der Hauptstadt der Region Dhofar im Süden Omans. Es ist früher Abend, die Mittagshitze ist vorüber, die Temperaturen sind angenehm. Kein Wunder also, dass hier nun reges Treiben herrscht. Khalid, unser Guide, hat darauf bestanden, uns diesen „besonderen Markt“ zu zeigen, auf dem Weihrauchprodukte aller Art wie schon vor Jahrhunderten gehandelt werden.

Schließlich ist das Harz des Boswellia-Baums ein kostbares Gut – eine Art „Gold“, das seit jeher aus seiner Heimat hier im Oman bis in die Mittelmeerregion transportiert wurde und der legendären Weihrauchstraße ihren Namen gab.
Der Süden Omans rund um Salalah gilt als Ursprungsregion des Weihrauchs. Ganz in der Nähe liegt mit dem Wadi Dawkah eines der größten natürlichen Anbaugebiete für Weihrauchbäume (Boswellia sacra), das als Teil der UNESCO-Welterbestätte „Land des Weihrauchs“ unter besonderem Schutz steht. Von hier verlief die historische Weihrauchstraße durch den Hadramaut (Jemen), über die Arabische Halbinsel bis in den Mittelmeerraum.

Über Jahrtausende hinweg war Weihrauch eines der wichtigsten Handelsgüter der antiken Welt. Und auch heute noch bilden die Harze des Boswellia-Baums die Grundlage für eine Vielzahl von Produkten des täglichen Bedarfs – von naturheilkundlichen Mitteln gegen etwa Rheuma und Arthrose über ätherische Öle und Parfums bis hin zu Räucherwerk, wie wir es seit jeher aus Kirchen kennen.

„Traditionell wurde das Harz sogar gekaut“, erklärt uns Khalid und steckt sich ein Stückchen naturbelassenes Harz in den Mund. „Nach wenigen Sekunden verwandelt es sich in eine kaugummiartige Masse, schmeckt allerdings eher bitter“, erzählt er weiter. Unsere Geschmackssinne sind inzwischen allerdings irgendwie betäubt, und wir verzichten dankend auf eine Kostprobe.

Fast fühlt es sich an, als würden wir durch ein Meer aus harzigen, warmen, leicht süßlichen Düften wandeln. Überall liegt der aromatische Geruch von brennendem Weihrauch in der Luft, gemischt mit Oud- und Parfümnoten, die aus den zahlreichen Parfüm- und Gewürzständen entweichen.
Überhaupt ist dieser Souk auch sonst sehr charmant und deutlich weniger touristisch: Schmale Gassen, einfache Verkaufsstände und farbige Auslagen aus Weihrauchharz, Parfümölen und Ton-Räuchergefäßen wechseln sich mit traditionellen Textilien ab. Die Atmosphäre ist lebendig, aber zugleich entspannt. Man probiert Düfte, vergleicht Weihrauchsorten und handelt freundlich über die Preise.

Morgen werden wir Salalah, umgeben von weißen Sandstränden, üppigen Palmenhainen und blühenden Oasen, leider schon wieder verlassen. Eigentlich liegt die Metropole am Arabischen Meer nur anderthalb Stunden Autofahrt von Dubai entfernt, dem Endpunkt unserer ORIENTALTOURS-Reise. Eigentlich – doch zunächst wartet noch das Highlight unserer Reise auf uns, ein echtes Once-in-a-Lifetime-Abenteuer: eine spannende Expedition in die Rub al Khali, die größte Sandwüste der Erde.

Auch dort, in einem Terrain, das erst vor weniger als hundert Jahren von den ersten Abenteurern erforscht wurde, wird uns Khalid begleiten und uns abends, wenn wir unser Camp aufschlagen, sicher spannende Geschichten erzählen.
Er kennt die Wüste wie seine Westentasche, und wir freuen uns schon jetzt darauf, auf den Spuren von Wilfred Thesiger, der als einer der Ersten das „Leere Viertel“ mit seinen majestätischen Dünen erforschte, einen kleinen Teil der Rub al Khali zu erkunden.

Die höchste bekannte Düne wurde übrigens erst 2017 entdeckt: die Ramlat Al Jadilah. Sie befindet sich hier in der omanischen Region Dhofar und misst beeindruckende 455 Meter.

Text: Orientaltours-Kundin
Fotos: Archiv Orientaltours



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